Veganer Heringssalat funktioniert tatsächlich ganz wunderbar ohne Fisch. Für meine pflanzliche Variante verwende ich Aubergine, die durch Dulse und Wakame einen leicht maritimen Geschmack bekommt. Dazu kommen Apfel, Gewürzgurken, Zwiebel, frischer Dill und ein schön cremiges Dressing.
Das Rezept braucht ein bisschen Zeit, aber davon ist der größte Teil einfach nur Wartezeit. Und genau die lohnt sich hier. Je länger der vegane Heringssalat durchziehen darf, desto besser verbinden sich die Aromen und desto leckerer wird er.
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Veganer Heringssalat aus Aubergine
Die Aubergine übernimmt in diesem Rezept die Rolle des Herings. Damit das funktioniert, wird sie zunächst geschält, gesalzen und anschließend gegart.
Danach darf sie zusammen mit Dulse und Wakame für 24 Stunden im Kühlschrank marinieren. Die Algen bringen den leicht salzigen Geschmack nach Meer mit, ohne dass wir dafür Fisch benötigen.
Erst danach kommen Apfel, Zwiebel, Gewürzgurken, Dill und das cremige Dressing dazu.
Das Ergebnis ist natürlich kein echter Hering. Aber genau diese Kombination aus cremig, säuerlich, süßlich und leicht maritim erinnert geschmacklich ziemlich stark an klassischen Heringssalat.
Warum wird die Aubergine vorher gesalzen?
Die Aubergine wird geschält und in etwa 0,5 bis 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Anschließend salze ich sie von beiden Seiten und lasse sie etwa 20 bis 30 Minuten liegen.
Dabei tritt Flüssigkeit aus und die Struktur der Aubergine verändert sich.
Anschließend wird das Salz abgespült und die Aubergine gründlich trocken getupft. Danach kommt sie noch einmal in die Pfanne.
Für dieses Rezept wollen wir nämlich keine feste, schwammige Aubergine, sondern eine schön weiche Konsistenz, die später möglichst viel Geschmack von der Marinade aufnimmt.
Dulse und Wakame für den Geschmack nach Meer
Der besondere Geschmack entsteht durch zwei verschiedene Algen: Dulse und Wakame.
Sie bringen eine natürliche maritime Note mit und eignen sich deshalb wunderbar für pflanzliche Alternativen zu Fischgerichten.
Zusammen mit der Aubergine und etwas Öl dürfen sie 24 Stunden im Kühlschrank ziehen. Diesen Schritt würde ich tatsächlich nicht überspringen, denn hier entwickelt sich ein großer Teil des Geschmacks.
So geht veganer Heringssalat
1. Aubergine vorbereiten: Die Aubergine schälen, die Enden entfernen und in etwa 0,5 bis 1 cm dicke Scheiben schneiden. Sehr große Scheiben kannst du noch einmal halbieren.
2. Salzen: Die Auberginenscheiben nebeneinander auslegen und von beiden Seiten kräftig salzen. Etwa 20 bis 30 Minuten ziehen lassen.
3. Abspülen: Die Aubergine unter kaltem Wasser abspülen und anschließend gründlich trocken tupfen.
4. Aubergine garen: Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Auberginenscheiben von beiden Seiten anbraten. Nach Wunsch einen kleinen Schuss Gewürzgurkenwasser dazugeben und kurz einköcheln lassen. Anschließend vollständig abkühlen lassen.
5. Marinieren: Die abgekühlte Aubergine mit Dulse, Wakame und etwas Öl vermengen. Abgedeckt für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
6. Salat vorbereiten: Apfel und Zwiebel schälen und würfeln. Gewürzgurken klein schneiden und Dill hacken.
7. Dressing anrühren: Pflanzlichen Joghurt, pflanzliche Crème fraîche, Mayonnaise, Gewürzgurkenwasser, Öl, Kräuteressig und eingelegte Senfkörner miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.
8. Alles vermengen: Apfel, Zwiebel, Gewürzgurken, Dill und die marinierte Aubergine unter das Dressing heben.
9. Durchziehen lassen: Den fertigen Heringssalat mindestens drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Noch besser schmeckt er, wenn er anschließend eine weitere Nacht durchziehen darf.
Veganer Heringssalat
Portionen: ca. 4 Portionen
Vorbereitungszeit: ca. 30 Minuten
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten
Marinierzeit: 24 Stunden
Zusätzliche Ziehzeit: mindestens 3 Stunden
Für den veganen Hering
200 g Aubergine
Salz
etwas Olivenöl zum Anbraten
1 EL Dulse
1 EL Wakame
Für den Salat
1 säuerlicher Apfel
1 mittelgroße Zwiebel
3 bis 4 Gewürzgurken
15 g frischer Dill
Für das Dressing
1 TL eingelegte Senfkörner
2 EL pflanzlicher Naturjoghurt
1 EL pflanzliche Crème fraîche
1 EL pflanzliche Mayonnaise
2 bis 3 EL Gewürzgurkenwasser
1 EL Rapsöl oder Leinöl
1 EL 7 Kräuter Essig
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
etwas Zucker
Optional
1 TL mittelscharfer Senf
1 Spritzer Zitronensaft
Zubereitung
Die Aubergine schälen und die Enden entfernen. Anschließend in etwa 0,5 bis 1 cm dicke Scheiben schneiden. Bei einer sehr großen Aubergine kannst du die Scheiben noch einmal halbieren.
Die Auberginenscheiben einzeln auf einen Teller oder ein Gitter legen und von beiden Seiten kräftig salzen.
Etwa 20 bis 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend unter kaltem Wasser abspülen und mit einem sauberen Küchenhandtuch oder Küchenpapier gründlich trocken tupfen.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Aubergine von beiden Seiten gar braten. Nach Wunsch etwas Gewürzgurkenwasser dazugeben und die Aubergine darin noch kurz köcheln lassen.
Die Pfanne vom Herd nehmen und die Aubergine vollständig auskühlen lassen.
Die abgekühlten Auberginenscheiben zusammen mit Dulse, Wakame und etwas Öl in eine Schüssel geben und gründlich vermengen.
Abdecken und für 24 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.
Am nächsten Tag den Apfel und die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Gewürzgurken ebenfalls würfeln oder in dünne Scheiben schneiden. Den frischen Dill fein hacken.
Pflanzlichen Joghurt, Crème fraîche, Mayonnaise, Gewürzgurkenwasser, Rapsöl oder Leinöl, Kräuteressig und eingelegte Senfkörner miteinander verrühren.
Mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Wer möchte, gibt zusätzlich mittelscharfen Senf und einen Spritzer Zitronensaft dazu.
Apfel, Zwiebel, Gewürzgurken und Dill unter das Dressing mischen.
Zum Schluss die marinierten Auberginenstreifen vorsichtig unterheben und alles noch einmal abschmecken.
Den veganen Heringssalat für mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Wenn du die Zeit hast, lass ihn noch eine weitere Nacht stehen. Ich finde tatsächlich, dass er dann noch besser schmeckt.
Tipps für richtig guten veganen Heringssalat
Bei diesem Rezept ist Zeit wirklich eine Zutat. Wenn du die Aubergine nur kurz mit den Algen vermischst und direkt weiterverarbeitest, fehlt ihr ein großer Teil des Geschmacks.
Deshalb würde ich die 24 Stunden Marinierzeit unbedingt einplanen.
Auch der fertige Salat profitiert davon, noch einmal ordentlich durchzuziehen. Wenn du ihn für einen bestimmten Tag brauchst, würde ich deshalb früh genug anfangen.
Beim Dressing kannst du nach deinem eigenen Geschmack nachjustieren. Mehr Gurkenwasser bringt Säure, etwas Senf zusätzliche Würze und ein kleiner Spritzer Zitrone noch etwas Frische.

Rapsöl oder Leinöl?
Beides funktioniert für dieses Rezept.
Wenn du Leinöl verwendest, enthält das Dressing zusätzlich Alpha Linolensäure, eine pflanzliche Omega 3 Fettsäure. Da Leinöl nicht stark erhitzt werden sollte, passt es hier besonders gut, denn es kommt ausschließlich kalt ins Dressing.
Wenn du den charakteristischen Geschmack von Leinöl nicht magst, verwendest du einfach Rapsöl.
Was passt zu veganem Heringssalat?
Ganz klassisch passen für mich Kartoffeln hervorragend dazu. Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln machen aus dem Salat ein richtig schönes Hauptgericht.
Du kannst ihn aber genauso gut mit frischem Brot servieren oder als Teil eines kalten Buffets auf den Tisch stellen.
Gerade weil der Salat sowieso vorbereitet werden muss, finde ich ihn auch praktisch, wenn Gäste kommen.
Kann ich veganen Heringssalat vorbereiten?
Unbedingt. Eigentlich musst du es bei diesem Rezept sogar.
Die Aubergine sollte zunächst 24 Stunden mit den Algen marinieren. Nachdem der komplette Salat zusammengemischt wurde, braucht er noch einmal mindestens drei Stunden im Kühlschrank.
Wenn du genügend Zeit hast, kannst du ihn sogar noch eine weitere Nacht durchziehen lassen.
Damit ist das Rezept perfekt für einen Tag, an dem du das Essen einfach aus dem Kühlschrank holen möchtest.
Nährwerte
Die Angaben zu Nährwerten können je nach verwendeten Produkten variieren.
Da die genaue Menge des Olivenöls zum Anbraten nicht angegeben ist, sind die Werte nur als ungefährer Richtwert zu verstehen.
Gesamtes Rezept:
ca. 750 kcal
ca. 12 g Protein
ca. 65 g Kohlenhydrate
ca. 48 g Fett
ca. 17 g Ballaststoffe
Pro Portion bei 4 Portionen:
ca. 190 kcal
ca. 3 g Protein
ca. 16 g Kohlenhydrate
ca. 12 g Fett
ca. 4 g Ballaststoffe
Fazit: Klassischer Heringssalat einfach vegan interpretiert
Veganer Heringssalat ist eines dieser Rezepte, bei denen ein bisschen Vorbereitung am Ende wirklich einen Unterschied macht.
Die marinierte Aubergine mit Dulse und Wakame, dazu Apfel, Gewürzgurken, Zwiebel und Dill in einem cremigen Dressing ergeben einen herzhaften Salat, der wunderbar zu Kartoffeln oder Brot passt.
Und mein wichtigster Tipp bleibt: Gib ihm Zeit. Am nächsten Tag schmeckt er einfach noch besser.
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